Mittwoch, 24. März 2010


Einst bin ich fröhlich herumgelaufen, da trat ich einen Hundehaufen!

Hab ihn nicht bemerkt, er lag da eben, nun hatt' ich ihn am rechten Schuh kleben.

Mitten auf dem Weg lag dieser Haufen und ich bin direkt rein gelaufen!

Schnell bin ich zur Wiese gegangen, um mit abstreifen anzufangen.

Doch wie ich so trat in das grüne Gras, spürte ich unter dem anderen Schuh etwas.

Da lag doch noch so ein Ekelding, welches nun am linken Schuh hing!

Voller Zorn ging ich nach Hause und stellte beide Schuhe unter die Brause.

Welch Sauerei!, schimpfte ich laut, meine guten Treter waren versaut!

Und der Gestank erst, echt ekelhaft, lauthals hab ich mir Luft gemacht.

Doch nicht den Hund fand ich gemein, der Mensch ist schuld, er ist das Schwein!

Der Hund folgte schließlich nur seinem Trieb, weil ihm nichts anderes übrig blieb.

Doch wegmachen den Haufen mit Tüte über der Hand, war das etwa zuviel verlangt?

Wer glaubt, sich einen Hund halten zu müssen, der muss auch ran wenn der hat geschissen!

Text: selbst gedichtet

Freitag, 19. März 2010

Gerichtsverhandlung

von Otto Waalkes

Richter:
Hohes Gewicht, liebe Geschwollenen.

Angenagter!
Ihnen wird zur Last gelegt,
sie hätten an dem Mast gesägt.

Angeklagter:
Ich hab nicht an dem Mast gesägt,
ich hab nur mit dem Ast gefegt.
da hab ich mich mit Hast bewegt,
und das hat wohl den Gast erregt,
und der hat dann den Mast zerlegt.

Richter:
Sie haben aber bei der polizeilichen Vernehmung ganz andere Angaben gemacht.
Ich zitiere wörtlich:

Ich habe diesen Gast zersägt,
weil er sich auf den Quast gelegt.
Doch wer gefälschten Zaster prägt
und Schuh´ aus Alabaster trägt,
verdient, dass ihn der Mast erschlägt.
Das haben sie doch gesagt.
Herr Zeuge, können sie das bestätigen?

Zeuge:
Nein, das war ganz anders:
Ich hatte mich zur Rast gelegt
und mich mit einem Quast gepflegt.
Denn wer schon einmal Bast zersägt,
der weiß, dass das keine Hast verträgt.

Richter:
Aber das tut doch gar nichts zur Sache!

Zeuge:
Doch.
Da hat sich´ s im Morast geregt,
und das hat wohl den Ast bewegt.
Und wie der Mast aufs Pflaster schlägt,
da hat er wohl den Gast erlegt.

Richter:
Jetzt reicht’s aber!

Im Namen des Volkes:
Wenn einer einen Gast zersägt,
weil ihn ein Gymnasiast erregt,
der vor seinem Palast gefegt,
dann wird die Tat mit Knast belegt.
Wenn er als Kontrast erwägt,
dass er sein Geld zum Paster trägt,
der auch den Wunsch nach Zaster hegt
wird ihm das nicht mit Knast belegt.
Stattdessen wird der Mast zersägt
und auf das Grab vom Gast gelegt.

Wem dieser Spruch nicht passt, der trägt
die Kosten des Verfahrens. Gezeichnet: Richter Ahrens.

Das hohe Gericht zieht sich zum Besäufnis zurück.
Das Urteil lautet: Freibier!!!

Dienstag, 2. März 2010

Kalle, Heiner, Peter


Warum spielt denn keiner mit dem dicken Heiner?
Er trifft zwar nicht alle Bälle, er ist eben nicht so schnelle. Heiner.

Er sah letzten Winter auf dem Eis ne Möwe liegen.
Ging zum Tierarzt, gab ihr Futter, heute kann sie fliegen.
So tierlieb ist sonst keiner, wie der dicke Heiner.

Warum spottet jeder über unsern Peter?
Er trägt eine kluge Brille, lacht kaum und ist meistens stille. Peter.

Aber er kann Geige spielen und auch komponieren.
Zu Weihnachten beim Klassenfest wird er es dann aufführen.
Sowas kann nicht jeder, nur der stille Peter.

Warum hänseln alle grad den schwachen Kalle.
Er holt sich zwar selten Beulen, trotzdem sieht man ihn oft heulen. Kalle.

Als einmal beim Fußballspielen doch ein Fenster krachte,
rannten alle, außer ihm, der es zum Glaser brachte.
So mutig sind nicht alle, wie der schwache Kalle.

Kalle, Heiner, Peter, solche kennt wohl jeder.
Kinder die nicht stark, nicht schnell sind. Kinder die nicht ganz so hell sind.

Doch lernst du sie richtig kennen, lässt du sie nicht stehen.
Wirst du etwas ganz besondres grad bei ihnen sehen.
Und ihr könnt auf Erden die besten Freunde werden.

- Gerhard Schöne -